SORAYAS VERTRAUTER UND FREUND VON FRANZ JOSEF STRAUSS GING ZU DEN ENGELN

MÜNCHEN - Ein kleines Kaviar-Essen zu Weihnachten in seinem Giesinger Penthouse war uns noch vergönnt. Es wurde ein letzter Besuch bei Stahlbaron Martin Glässel, den man trotz schwerer Krankheit immer fröhlich,spöttisch und spitzfindig erlebte und mich als Jahrzehnte langen Spezi beim täglich Telefonieren immer mit "junger Mann" ansprach.Seit zwei Wochen blieb diese Telefonitis merkwürdigerweise aus. Eine schlimme Vorausahnung bestätigte sich. Glässel, langjähriger Vertrauter von Ex-Kaiserin Soraya und enger Freund und Sendlinger Nachbar von Bayerns Polit-Star Franz Josef Strauß ,starb überraschend in der Nacht zum gestrigen Sonntag. Er wurde 80 Jahre alt.

Seine Lebensgefährtin Doris Stiglmair und Glässels Butler Flady waren in der Wohnung, als Hausarzt Maus da gewesen war, um ihn wegen der Schmerzen mit Morphium zubehandeln. Kurze Zeit später schlief Glässel für immer ein und wurde von seiner fast dreijährigen Leidenszeit erlöst. Damit ist der letzte Society-Mohikaner gegangen, der zu den Membern gehörte, als München in den 60er Jahren besonders glanzvoll leuchtete. Das Pracht-Restaurant "Humplmayr" stand im Mittelpunkt der Reichen, Schönen und Sorglosen, in dem das Leben brodelte. Glässel war in der damaligen "Kir Royal"-Clique mittendrin mit Thai-General-Konsul Styler und seiner funkelnden Diamanten-Wally, mit Krupp-Erbe Arndt von Bohlen und Halbach, mit Franz Josef Strauß, Prinz Johannes von Thurn und Taxis, den Thyssens und Curd Jürgens, Playboy James Graser und Gunter Sachs, der erstmals mit Ex-Kaiserin Soraya auftauchte.

Die ehemalige Schah-Gemalin schätzte Glässel als Freund die ganzen Jahre bis zu ihrem Tod, die durch einen Kunstfehler eines spanischen Arztes starb. "Soraya ist damals mit Medikamenten vergiftet worden. Sie wollte von Marbella nach München kommen und sollte im Großklinikum Großhadern behandelt werden. Aber es war zu spät", sagte Martin, der die Behandlung vorbereitete. Auf dem Weg nach München, wo Sorayas Mutter in Nymphenburg lebte, starb die Prinzessin in Paris und wurde im Münchner Ostfriedhof beerdigt. Auf dem Friedhof befindet sich auch das Glässel-Familiengrab, wo Martin am Freitag um 10.30 Uhr seine letzte Ruhe findet. Mäzen Glässel, der als Nowak für die Schwabinger Gisela (kürzlich verstorben) einsprang und ein großer Feinschmecker vor dem Herrn war und gern in der "Grünen Gans" und im "Tantris" speiste, war mit Soraya oft auf Reisen und in ihrer Villa in Marbella zu Gast.

Martin Glässel hat keine direkten Erben und brachte sein Immobilien-Vermögen in eine Stiftung ein, damit sein Häuser-Imperium in München und Berlin erhalten bleibt. Nur einmal wurde Fuchs Glässel über den Tisch gezogen. Die umstrittene Staatsbehörde "Treuhand" verkaufte ihm in der Nähe von Berlin ein Grundstück, auf dem er eine Stahl-Dependance errichten wollte. Auf dem Gelände war nur ein Pony-Reitunternehmen genehmigt. Martin Glässel konnte sein Vorhaben nicht starten, verlor alle Prozesse und das Grundstück. Zudem musste er die Strafe von 24 nicht erfüllten Arbeitsplätzen bezahlen. Der Millionenschaden war so groß, dass er durch die betrügerischen Machenschaften der Behörde ein Haus in Berlin verkaufen musste
Martin Glässel pendelte in letzter Zeit zwischen Kliniken ...
Mäzen, Stahlbaron: Martin Glässel war eng mit Franz Josef Strauß und seiner Familie befreundet und war Jahrzehnte der Nachbar, der gegenüber des FJS-Hauses eine Villa besaß.
... und seinen Wohnungen, erst im Glockenbachviertel und später...
..daheim in Giesing, wo er herstammt.