DOCH NOCH EINE TRAUER-GALA: 2500 VIP's VERNEIGEN SICH VOR DEM UNSTERBLICHEN LAGERFELD

Bekam in München seinen ersten internationalen Modepreis: Karl Lagerfeld mit Modechef Alfred Wurm (Mitte) und Michael Graeter.
Bekam in München seinen ersten internationalen Modepreis: Karl Lagerfeld mit Modechef Alfred Wurm (Mitte) und Michael Graeter.
Einmal ließ Lagerfeld sogar einen zweiten Eiffelturm für seine Show im "Grand Palais" bauen.
Einmal ließ Lagerfeld sogar einen zweiten Eiffelturm für seine Show im "Grand Palais" bauen.
Mode-Show in seiner Heimatstadt Hamburg im prächtigsten Konzerthaus der Welt.
Mode-Show in seiner Heimatstadt Hamburg im prächtigsten Konzerthaus der Welt.
Bei jeder Kollektions-Vorstellung gab es große Überraschungen, die sich Lagerfeld ausgedacht hat.
Bei jeder Kollektions-Vorstellung gab es große Überraschungen, die sich Lagerfeld ausgedacht hat.
Raketen durften auch mal nicht fehlen, um die neuen Kleider von Karl Lagerfeld besonders spektakulär zu präsentieren.
Raketen durften auch mal nicht fehlen, um die neuen Kleider von Karl Lagerfeld besonders spektakulär zu präsentieren.
Mondäne Trauerfeier im Paris "Grand Palais", schwarz weiß - die Farben des verstorbenen Modeschöpfers Karls Lagerfeld.
Mondäne Trauerfeier im Paris "Grand Palais", schwarz weiß - die Farben des verstorbenen Modeschöpfers Karls Lagerfeld.

PARIS - Es gibt keinen Menschen der Neuzeit, der sich so in die Feingeist-Köpfe der Welt eingebrannt hat wie Karl Lagerfeld. Das lebende Markenzeichen mit seinen silbernen Haaren und Pferdeschwanz ist fünf Monate nach seinem Tod noch immer so präsent, dass man es gar nicht fassen kann, dass der einzigartigste Modeschöpfer der Erde bereits in die andere Welt gegangen ist. Er galt zu Lebenszeiten als unsterblich. 

Sein überraschendes Adieu gestaltete er so anders wie keiner, leise ließ er sich in Nanterre begraben. Einer großen Trauerfeier, wie sie nicht in seinem Sinn gewesen wäre, ist der berühmte Hamburger nun doch nicht entkommen und er wird von oben wahrnehmen, wie 2500 VIP's im „Grand Palais“ in Paris, wo Lagerfeld in den letzten Jahr seine Kollektionen spektakulär und aufwendig zeigte, sich vor dem großen Mann verbeugen. Darunter Präsidenten-Ehefrau Brigitte Macron,  Prinzessin Caroline von Hannover mit Tochter  Charlotte Casiraghi, "Oscar"-Preisträgerin Helen Mirren, Formel 1-Pilot Lewis Hamilton (ließ sich vom Training freigeben), Model Claudia Schiffer und Sänger Pharrell Williams. „Karl for Ever“ ist die große Feier betitelt. „Für immer Karl“ lautet das Gedenken, das von den Luxusmarken Chanel, Fendi ( Konzern LVMH) und der Marke Karl Lagerfeld organisiert ist, welche der deutsche Modezar jahrzehntelang (für Fendi 54 Jahre) mit seinen Entwürfen geprägt hat, um dessen Leben und umfassendes Werk zu huldigen.

Opern- und Theaterregisseur Robert Carsen hat die Trauer-Gala innerhalb von einem Monat, neben seinen laufenden Projekten in Rom, Berlin und Madrid, inszeniert. Es werden 60 Video-Sequenzen von Personen gezeigt, die mit Lagerfeld gelebt, gearbeitet, ihn bewundert haben. Der Kanadier Carsen interviewte die Zeitgenossen vor der Bücherwand in Lagerfelds Bücherladen 7L, darunter Valentino, Silvia Fendi, Virginie Viard, Clare Waight Keller oder Supermodel Gigi Hadid. Auch LVMH-Boss Bernard Arnault, Chanel-Inhaber Alain Wertheimer, Künstler Jeff Koons oder die Chanel-Musen Vanessa Paradis und Amanda Harlech kommen zu Wort, um einen umfassenden Eindruck von Lagerfelds Universum zu vermitteln. Neben den Videoclips werden Tanzchoreographien, Musik ( Lang Lang spielt Chopin) und Theaterdarbietungen aufgeführt, die auf Lagerfelds Werk basieren. Das Pariser "Grand Palais" mit seinen grandiosen Glaskuppel ist an dem Tag mit Lagerfeld-Porträts geschmückts von Starfotografen wie Jean-Baptiste Mondino, Annie Leibovtiz und Helmut Newton.

München gehört auch zum Weg der Karriere von Karl Lagerfeld. Da war er noch nicht so berühmt, aber erfolgreich für das Modehaus „Chloe“. Da wurde er in den 60er Jahren mit dem „Modepreis München“ ausgezeichnet, wohl seiner ersten internationalen Trophäe. Der damalige Chef Alfred Wurm, dem es gelang, die „Münchner Modewoche“ zu einem internationalen Premium-Termin zwischen Paris und Mailand zu machen, ließ Lagerfeld mit einem Privatjet von Paris nach München jetten. Da waren seine Haare noch schwarz, aber der Pferdeschwanz schon präsent.