FÜRST ALBERT ADELT DIE "GOLDENE DEUTSCHLAND"

MÜNCHEN - Ober-Grimaldi Albert von Monaco macht überraschend einen Jet-Umweg nach München trotz enger Society-Termine, die Hochzeit seines Neffen Pierre Casiraghi mit Beatrice Borromeo und dem Monaco-Glanzfest „Croix Rouge“. Um als grüner Fürst geehrt zu werden, nimmt er sich immer Zeit. Als Umweltschützer erhielt er die „Goldene Deutschland“, eine der schönsten Trophäen, ein güldenes
Jugendstil-Mädchen mit Lorbeeren aus Bronze , fein vergoldet und handgefertigt vom königlich-bayerischen Hofgoldschmied Max Heiden. Der „Oscar“ ist dagegen ein seelenloser Athlet..

Obwohl es zu einem halben Staatsbesuch ausartet und Albert, in einem sehr unauffälligen Einreiher,
weißem Hemd, Krawatte, mit zwei Polizei-Eskorten auf Motorrädern vor der Münchner Residenz vorgefahren, stehlen dem Fürsten zwei andere Gäste bei der Preisverleihung von Gastgeber und Moderator Alexander-Klaus Stecher die Schau. Ex-Bundespräsident Christian Wulff mit seiner
Wieder-Lebensgefährtin Bettina, beide blicken smart wie zu alten Zeiten, in das Meer der Kameras. Beim Diner im Restaurant „Kuffler’s“ an der Oper müssen Fotografen draußen bleiben und bewaffnen sich mit langer Brennweite hinter den Theatersäulen, bei der Verleih-Gala im Cuvillies-Theater ergeben sie sich dem Linsen-Gericht.

Mit Standing Ovations wird Wulff (Bundesverdienstkreuz am Revers) geehrt von 800 Gästen, darunter Prinz Leopold und Prinzessin Ursula von Bayern, Enkelin Alice Pilcher, Placido Domingo,
Jonas Kaufmann, Donau-Callas Diana Damrau, Dr. Franz Georg Strauß, Medien-Rastelli Stavros Kostantinidis, Energie-Unternehmer Christian Auer (15 Wasserwerke) mit Frau Julia, Fritz von Thurn und Taxis und Regisseur Joseph Vilsmaier sowie Thomas Gottschalk mit Frau Thea und Verkaufs-TV-Produzentin Judith Williams. Der ehemalige erste Mann Deutschlands, der ebenso mit der „Goldenen Deutschland“ ausgezeichnet wird, hält die Laudatio für Preisträger Philipp Lahm, dem sets bescheiden auftretenden Starkicker und Weltmeister.

Einen Tick mehr rückt Bettina in den Mittelpunkt. Als die Kameraleute zum Schlußbild mit den Stars des Abends, Domingo, Gottschalk und Wulff, auf der Bühne antreten, drehen sich plötzlich alle Medienleute um und haben nur eine Person im Auge: Bettina Wulff, die in dem Moment allein Reihe 1 sitzt. Sie trägt eine weite Seiden-Robe, die man auch elegant tragen könnte, wenn man in der Hoffnung wäre. Nachwuchs könnte man beiden bei diesem back to the future wünschen, so glücklich
wie sie sich geben. Christian Wulff und sie, die zur Bundespräsidenten-Zeit das Parade-Paar für schöne Deutsche gewesen sind, übernachten im Hotel „Palace“ und fahren am nächsten Morgen mit einem Wagen weiter. Schade, dass sie nicht mehr Glanz für Germany versprühen können. Der Wulff-Nachfolger ist ein grauer Biedermann, der das offizielle Protokoll mit Füßen tritt. Ungeklärt ist im Übrigen, ob die Garderobe seiner Freundin Daniela Schadt anlässlich des Queen-Besuchs privat bezahlt wurde (wie es bei Schröder selbstverständlich) oder musste der Steuerzahler die Kleider berappen.

Ich traf das Glamour-Paar Wulff zuletzt bei dem besagten Filmball in München, der ihm sonderbarerweise zum Verhängnis wurde und ich glaube, dass es bei der einseitigen Attacke einer Zeitung den alleinigen Grund gab, weil Christian einem den Bundesverdienstkreuz nicht verleihen wollte. Die Soiree im „Bayerischen Hof“, wo dem Präsidenten lächerliche Spesen in Höhe von 750 Euro vorgeworfen wurde, hatte sich im Laufe der Jahre längst zu einem Feuerwehrball degradiert. „Haben Sie sich verlaufen, Herr Bundespräsident“, fragte ich damals. Bettina antwortete schnell ganz keck:“Und Sie?“...
Blitzbesuch von Fürst Albert von Monaco, hier mit seiner deutschen Beraterin Sabine Ferber , dahinter Gala-Co-Gastgeber Stavros Kostatinidis (r.)
Blitzbesuch von Fürst Albert von Monaco, hier mit seiner deutschen Beraterin Sabine Ferber , dahinter Gala-Co-Gastgeber Stavros Kostatinidis (r.)
Monarch Albert von Monaco, Konsul Dr. Alexander Liegl, Stavros Kostantinidis (v. l.)
Monarch Albert von Monaco, Konsul Dr. Alexander Liegl, Stavros Kostantinidis (v. l.)