57 WOHLTÄTER WOLLEN BEI VERONICA FERRES SPEISEN

München - Die rauschende "Hadassah"-Galanacht - die fast einzige Benefiz-Soiree in Deutschland, bei der nicht Kleingeld gesammelt wird und dann der Abend mehr gekostet hat, als für den guten Zweck schließlich gespendet wird - prickelte voller Überraschungen.
Es war nicht Susanne Quandt, die überlebensgroß auf dem Beamer die 500 Smoking-Gäste anstrahlte, sondern Moderatorin Anouschka Horn mit 80er-Jahre-BR-Stimme, die durch ihren Kurzhaarschnitt der Großaktionärin verblüffend ähnlich sah. 
Wegen Beinkünstlerin Sharon Stone hatte ich mich ins Kesselhaus begeben, das Party-Kreateur Michael Käfer salonfähig gemacht hatte: Die grobe Schrauben- und Eisensäulen-Halle am Stadtrand bedrohte er mit Lüstern und fein gedeckten weissen Tafeln. Die durchsichtigen Acryl-Kandelaber bewirkten, dass die Kerzen wie schwebend erschienen.
Es wurde viel getanzt, nicht unbedingt nach neuester Musik, und Wunder-Violinistin Anne-Sophie Mutter ersteigerte für 4500 Euro ein Brooklyn-Bridge-Gemälde. Alles für das Hadassah Medical Center. 
Leider erschien Weltstar Stone nicht, wurde aber durch ein gleich ernst zu nehmendes Schauspieler-Kaliber ersetzt: Veronica Ferres. Sie bekam den "Hadassah"-Preis verliehen, eine Hand-Skulptur mit riesigen Fingern, die im Haushalt sicher multitask eingesetzt werden kann. "Darf ich Vroni sagen", fragte Charlotte Knobloch gespielt schüchtern, die mit Bodygards an der Gala teilnahm. 
Vroni steigerte die Benefiz-Kasse, indem sie ein ganz persönliches Abendessen bei sich zu Hause gegen "Eintritt" anbot. "Die Vielseitigkeit der Ferres mag ich", kommentierte meine zauberhafte Tischdame Julia Friedl, Ehefrau des früheren Constantin-Film-Managers Thomas Friedl, den wohltätigen Einsatz. Das Interesse war riesig, für je 1000 Euro am Tisch mit der Ferres zu speisen. 57 Gäste (sprich: Einnahme 57 000 Euro), darunter Regine Sixt (ganz in Goldkurz) und Michael Käfer, stürmten die Bühne. Mir fiel auf, dass nicht sofort (elegante Kreise!) zur Zahlung aufgerufen wurde. Konzertimpresario Mario Mendrzycki hätte vermutlich um Vorkasse gebeten. 
Neben Franzsika Gräfin Fugger von Babenhausen, Carl Eduard Graf von Bismarck und seiner attraktiven Frau Nathalie, dem Rüstungs-Industriellen Peter Diehl mit Lebensgefährtin Karin Holler, Judith Epstein, Kleidermacher Gerd Strehle, den Regisseuren Uli Lommel und Roger Fritz mit Margit,  Schauspielerin Monika Peitsch, Konsulin Marian Schulz und Herzogpark-Diva Ulrike Hübner sowie Nachtclub-Chef Constantin Wahl mit Frau Mary-Ann (wurde im Crash-Verfahren Wirtin des  Restaurant„Tegernseer Tal“) und Literatur-Agentin Lianne Kolf, zeigten sich Society-Raritäten der weissblauen Parade-Familien wie Christian Hirmer mit Frau Christiane und Mama Carmen, die First Lady des Herrenausstatter-Imperiums, deren Schmuck, darunter ein Brillanten-Stehkragen, eine Sonderbewachung verdient hätte. 
Nicht zuletzt Münchens Immo-Krösus Harry Habermann, der es dem Vernehmen nach mit tendenziell wenig Aufwand zu riesigem Vermögen gebracht hat. Die charmante Carmen Hirmer, stolz auf Sohn Christian,  war besonders gut aufgelegt und  erzählte offen  am Tisch, dass Sänger Udo Jürgens einmal zu ihren Verehrern zählte. Schwabings Methusalem Abi Ofarim, im weißen Zweireiher-Jackett „vom Second Hand Shop“, wie er verriet, und an der Seite seiner weisen Freundin, redete mit Händen und Füssen auf Carmen ein und ließ sie nicht weg, obwohl sie ganz wo anders ihren Platz hatte. 
Mir gegenüber an Tisch 7 saß der hübsche Komitee-Engel Franziska Dannecker, Tochter des verstorbenen Franz-Josef-Strauß-Vertrauten Franz Dannecker. Als Goldschmiedin hat sie - "Label of Love" - ein Friedens-Juwel kreiert: ein rundes Silber-Amulett mit Symbolen der Weltreligionen in Einem: Christentum, Judentum und Islam.